Warum solidarische Landwirtschaft?

Warum solidarische Landwirtschaft?

„Tun“ bewegt!

Es gibt immer die Möglichkeit als Einzelperson und mit Personen, die wenigstens 1 gleiches Ziel haben etwas zu verändern. Meine Motivation mich einzumischen ist das Selbstverständnis, dass die eigenen Gedanken und Handlungen etwas bewirken. Mit Spaß und Neugierde können Synergien genutzt werden um im direkten persönlichen Umfeld die Lebensbedingungen zu verändern. Deshalb sind für mich Netzwerke und gemeinsame Aktivitäten zentral für positive Impulse. Und Zellen von Veränderung, synchron entstanden an verschiedenen Orten, bringen Dynamik in standardisierte Diskussionen und eingefahrene Gewohnheiten.
Nach 20 Jahren internationaler Arbeit im Umwelt-und Entwicklungsbereich war es für mich notwendig konkrete lösungsorientiert Schritte zu machen um die großen Ziele der Nachhaltigkeit umzusetzen. 20 Jahre habe ich als Geschäftsführerin einer Umweltorganisation in Liechtenstein, Programmleiterin eines Berggebietsentwicklungs-Programmes in Zentralasien und als Vize-Generalsekretärin der Alpenkonvention an Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Berggebietsentwicklung in den Alpen und Zentralasien arbeiten dürfen. Die Energie musste dabei oftmals in langwierige Verhandlungsprozesse, verbohrte Unbeweglichkeit und Beharrlichkeit von etablierten aber veralteten Denkmustern und Techniken gelegt werden.
Aber es geht auch anders: gemeinsam mit genauso neugierigen und angemessen „freidenkenden“ Personen konnten wir in den letzten 5 Jahren einige Netzwerke aufbauen und stärken um Räume für die biologische Landwirtschaft und nachhaltiges Leben auszubauen. Es geht dabei nicht zuerst um Mengen und Zahlen, sondern um ein schrittweises Umdenken. Lernen sein Leben in die eigenen Hände zu nehmen und so zu gestalten, dass der Umwelt, Tier, Natur und anderen Menschen möglichst wenig Schaden entsteht, ist das Ziel und der Weg.
Es ist ein ständiger Lernprozess sich so frei zu bewegen, dass Frau nicht vom Auto abhängig ist um einen Weg zurückzulegen, es ist auch ein ständiger Lernprozess keine Lebensmittelabfälle zu produzieren und seinen Körper nicht andauernd zu überfüttern oder überfetten. Und in der biologischen Landwirtschaft ist es die dauernde Beobachtung und das dauernde Lernen mit der Natur zu arbeiten um auf Dauer gesunde Lebensmittel mit begrenzten Ressourcen zu produzieren.
Dabei freut es mich, wenn Marienkäfer geschäftig über Blätter laufen oder ein Falke vor meinen Augen im Obstgarten energisch eine Maus verspeist. Es freut mich, wenn die Apfelbäume selber überzählige Blüten und kleine Früchte abwerfen, weil sie nicht alle ausbilden können und es freut mich wenn nach zwei Spätfrostjahren Blüten aus den Stämmen treiben. Es freut mich ganz einfach wenn die Lebewesen so sind wie sie sind.
Und was mich am meisten freut ist, dass ich immer mehr Menschen treffe, denen es genauso geht. Die Lust haben gemeinsam Projekte umzusetzen, sich auseinanderzusetzen, zu argumentieren und ihr Leben zu gestalten. Da entstehen ungeplant lebendige Momente, dass mir die Stimme versagt, Momente, die oft nur in Kunst und Film zu fühlen sind, die kein Konsumprodukt und keine Freizeitaktivität anbieten kann. In Tirol gibt es inzwischen einige Zellen solcher Entwicklung: Eine ist die solidarische Landwirtschaft Erdapfel – c’est LaWi. Sie steht jeder/m Interessierten offen!

Regula



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