Der Tod der nachhaltigen Landwirtschaft

Foto © Johannes Plattner / www.johannesplattner.com

Die Agrarminister der EU sind heute zufrieden mit ihrer Einigung zum neuen Budget der gemeinsamen Agrarpolitik. Sie haben ein Milliardenbudget beschlossen, das zu zweidrittel als Direktzahlungen an die Fläche gebunden ist, unabhängig davon wie ein Betrieb wirtschaftet und nur 20% des Budgets müssen für freiwillige Massnahmen zur umwelt- oder klimafreundlichen Produktion reserviert werden. Bisher gab es verpflichtende Umweltmassnahmen – auch das ist jetzt vorbei.

Grosse Betriebe mit viel Fläche erhalten wiederum den Hauptteil der Gelder. Bisher erhielten 20% der Betriebe rund 80% der Förderungen. Daran wird sich auch neu nichts ändern. 

Systemwechsel oder Meilenstein ist das keiner. 

Die Bevölkerung hat das Recht: 

  • dass sich öffentliche Gelder für die Landwirtschaft an den Klima- und Biodiversitätszielen orientieren müssen 
  • dass öffentliche Gelder für die Landwirtschaft die Ernährungssicherheit fördern
  • dass öffentliche Gelder für die Landwirtschaft sich am „Green Deal“ und der „Farm to Fork“ Strategie orientieren.

Öffentliche Gelder soll es nur noch für landwirtschaftliche Betriebe geben, die auf chemisch-synthetische Pestizide und Herbizide, sowie vorbeugende Antibiotika in der Tierhaltung verzichten.

Wir wollen eine Landwirtschaft die Boden, Wasser, Biodiversität und Gewässer schont, gesunde Nahrungsmittel produziert und mit Nutztieren verantwortungsbewusst umgeht.

Der neue Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik sieht nichts von alledem vor. 

Er ist rundum abzulehnen.

Weitere Beiträge zum Thema

Slow Food Genussführer

Mit dem Slow Food Genussführer zeichnet Slow Food Österreich seit 2020 Betriebe aus, die sich in besonderer Weise für die ldee und die Werte von Slow Food einsetzen sowie gute, saubere und faire Lebensmittel herstellen. Slow Food Österreich empfiehlt damit Produzentinnen/Produzenten, die als „gut, sauber und fair“ eingestuft werden. Wir freuen uns ausserordentlich, von Slow […]

SoLaWi ergibt Sinn – warum ich dabei bin

Ich bin jetzt seit ungefähr einem Jahr bei der SoLaWi „ErdApfel C’est LaWi“ von Regula, Barbara und Thomas dabei und bin begeistert! Im Folgenden will ich kurz aufzeigen, was mich am System Lebensmittelproduktion, wie es aktuell funktioniert, stört und was die SoLaWi anders macht. Klimaschutz – fossile Landwirtschaft Der Lebensmittelsektor ist ein globaler Markt. Saatgut, […]

Die Natur ist masslos

Und was ein Lebensmittel-Anarchist damit anfangen kann! Dieser Beitrag ist im Und-Heft #5 – beziehungsweise erschienen. Vielen Dank. …und sie fordert uns gewaltig. Kein Jahr gleicht dem Anderen – einmal schenkt sie uns Massen, dann wieder muss sie sich um jeden Apfel bemühen. Unser Anspruch ist aber ein Anderer. Wir wollen immer alles gleichzeitig haben, […]

Schreibe einen Kommentar

DSGVO Cookie Consent mit Real Cookie Banner