Landwirtschaftskammer Tirol wird demokratischer

Die Wahl der Landwirtschaftskammer – Vollversammlung findet alle 6 Jahre statt. Erstmals sind 2021 neben dem Bauernbund zwei weitere Parteien mit insgesamt 3 von 24 Sitzen in den Rat eingezogen. Die Grünen Bäuerinnen und Bauern haben 1 Sitz gehalten und der unabhängige Bauernverband hat 2 Sitze gewonnen. Immer noch rund 75 % der Stimmen bleiben aber beim Bauernbund.

Was die drei Parteien für die Tiroler Landwirtschaft in den nächsten 6 Jahren erreichen wollen erklären sie uns in 3 Interviews. Insgesamt steht es um die Tiroler Bauernbetriebe nicht sehr gut. Im Vergleich zu den durchschnittlichen Verdiensten in Österreich sind die Einkommen der Landwirtschaft im Durchschnitt nicht einmal halb so hoch – und das schon seit mehr als 15 Jahren. Die europäische Kommission stellt zudem fest, dass die faktischen Ausgleichszahlungen für die Betriebe in benachteiligten Gebieten in keiner Weise die Direktzahlungen auf die Flächen ausgleichen. Die meisten Landwirte können von ihrem Einkommen in der Landwirtschaft nicht leben, erhalten keine kostendeckenden Preise für Ihre Produkte und plagen sich mit Stundenlöhnen oft unter 10 Euro.

Auch aus ökologischer und sozialer Sicht gibt es in der Tiroler Landwirtschaft viel zu tun. Die Sozialversicherungsbeiträge und die Bedingungen der Erntehelfer sind ein großes Thema und die Biolandwirtschaft ist durch die vielen Milchbetriebe zwar hoch aber keinesfalls  im Steigen. Auch in Tirol ist zudem die Frage wie die Landwirtschaft ihren Impakt auf den Klimawandel verringert und gleichzeitig mit den bereits spürbaren Auswirkungen zukunftsgerichtet umgehen kann.

Es gibt also viel zu tun in Tirol und die Landwirtschaftskammer als theoretisch parteiunabhängige Vertretung der Bäuerinnen und Bauern ist ein wichtiger Player um die Situation der Landwirtschaft zu verbessern.

 

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